Seit dem 1. August 2023 sind Schweinehaltungsbetriebe in Deutschland verpflichtet, ihre Haltungsform zu kennzeichnen und lückenlos zu dokumentieren. Das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz (TierHaltKennzG) bringt neue Anforderungen — aber auch Chancen für Betriebe, die höhere Haltungsformen dokumentieren.
Was ist das TierHaltKennzG?
Das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz führt eine staatliche Pflicht-Kennzeichnung der Haltungsform bei Schweinefleisch ein. Ziel: Verbraucher sollen beim Kauf von Schweinefleisch erkennen können, unter welchen Bedingungen die Tiere gehalten wurden.
Die Kennzeichnung erfolgt mit Stufen von 1 (gesetzliches Minimum) bis 5 (Bio).
Die 5 Haltungsformen im Überblick
Haltungsform 1 — Stall: Entspricht den gesetzlichen Mindestanforderungen. Kein zusätzliches Platzangebot, keine besonderen Anforderungen an Beschäftigung oder Außenbereiche.
Haltungsform 2 — Stall + Platz: Mindestens 20 % mehr Platz pro Tier als gesetzlich vorgeschrieben. Erste Verbesserung gegenüber dem gesetzlichen Minimum.
Haltungsform 3 — Frischluftstall: Die Tiere haben ständigen Zugang zu Außenluft durch einen Außenklimabereich. Diese Stufe erfordert bauliche Maßnahmen am Stall.
Haltungsform 4 — Auslauf/Weide: Regelmäßiger Zugang zu einem Außenauslauf oder einer Weide. Erhöhte Anforderungen an Fläche und Stallgestaltung.
Haltungsform 5 — Bio: Haltung nach EU-Öko-Verordnung mit anerkannter Bio-Zertifizierung. Höchste Anforderungen an Platz, Futter und Tiergesundheit.
Dokumentationspflichten für Betriebe
Betriebe müssen nachweisen können, dass ihre tatsächliche Haltung der deklarierten Stufe entspricht. Folgende Nachweise sind erforderlich:
- Stallbuch: Laufende Dokumentation von Bestandsveränderungen, Zugängen, Abgängen und Todesfällen
- Platznachweis: Stallmaße und berechnetes Platzangebot je Tier
- Ausstattungsnachweis: Beschäftigungsmaterial, Buchtenstrukturierung (ab HF 2)
- Außenbereichsnachweis: Für HF 3–5: Nachweis über Art und Nutzung der Außenbereiche
- Bio-Zertifikat: Für HF 5
Praktische Umsetzungstipps
1. Stallbuch digitalisieren: Papier-Stallbücher sind fehleranfällig und bei Audits mühsam nachzuvollziehen. Digitale Lösungen wie TierwohlDoku ermöglichen die lückenlose, mobile Dokumentation.
2. Platzberechnung dokumentieren: Halten Sie die Stallfläche, Anzahl der Tierplätze und das berechnete Platzangebot schriftlich fest — und aktualisieren Sie es bei baulichen Veränderungen.
3. Frühzeitig auf höhere Haltungsformen vorbereiten: Die Tierwohlprämien für HF 3–5 können den wirtschaftlichen Mehraufwand ausgleichen. Nutzen Sie unseren Haltungsform-Rechner zur ersten Orientierung.
Fazit
Das TierHaltKennzG ist für Schweinebetriebe verpflichtend — und bietet gleichzeitig die Möglichkeit, höhere Haltungsformen als Wettbewerbsvorteil zu nutzen. Der Schlüssel liegt in lückenloser, effizienter Dokumentation.
TierwohlDoku unterstützt alle 5 Haltungsformen und erstellt auf Knopfdruck alle erforderlichen Nachweise.